Der Bau des Hafens an der Swinemündung



Preußen hatte 1720 mit der Stadt Stettin einen
Oder-Hafen erworben, der von See aus in der Regel nur über das damals
schwedische Wolgast angesteuert werden konnte. Schwieriges Fahrwasser und vor
allem schwedische Zölle machten auch hier den See- und den Kaufleuten zu
schaffen. Es lag also im ureigensten Interesse des preußischen Staates, die
Swine, einen weiteren Mündungsarm der Oder, wieder schiffbar zu machen.
1729/1730 begannen erste Probearbeiten. Der Preußische König hatte dafür
allerdings nur 1000 Taler bewilligt. Mittels langer Harken versuchte man
Sandbänke zu beseitigen. Faschinen und Pfähle sollten den Strom gleichzeitig
einengen und zur Selbstreinigung zwingen. Ein einziger Novembersturm vernichtete
jedoch alles recht gründlich. Zollerleichterungen, der Einsatz von Lotsen und
später auch das Ausbringen von Seezeichen brachten jedoch zwischenzeitlich
Verbesserungen. Es wurden viele Pläne geschmiedet. Alle scheiterten jedoch mehr
oder weniger an den hohen, dafür veranschlagten Kosten.
1740 begann dann der eigentliche Hafenbau. Es wurde nun der Versuch unternommen, den Strom mittels Packwerken an der Ostseite und durch Ausbaggerungen zu bezwingen. Die Lücke zwischen dem nördlichen Hauptwerk und dem östlichen Damm ließ man offen, baggerte sie aus und schuf so gleichzeitig den „Osternothhafen“. Ausführende und Leidtragende waren zum großen Teil Bauern der Ämter Pudagla, Wollin und anderer pommerscher Ämter. Da die Arbeiten ausschließlich im Sommer, der für die Bauern wichtigsten Jahreszeit, stattfanden, gab es besonders viele Beschwerden. Sie wurden jedoch samt und sonders zurück gewiesen. Überregionale, militärische und politische Interessen gingen vor. 1746 konnte der Probebau erfolgreich abgeschlossen werden. Die Swinemündung wurde zum Hafen erklärt, den nunmehr die nach Stettin bestimmten Schiffe anzusteuern hatten. Hinter dem östlichen Packwerk bildeten sich nach und nach Sandbänke und Dünen, die mit Weiden und Erlen bepflanzt wurden. Die Westseite der Swinemündung war jedoch noch nicht in Angriff genommen worden. Man behalf sich mit weiteren Ausbaggerungen am „Weißen Berg“ bei Ostswine und mit Reparaturen. Die durchschnittliche Wassertiefe betrug jetzt 9 bis 13 Fuß. Ab 1751 wurde nach und nach auch ein Stadtbollwerk angelegt. 1755 begann endlich der Bau des Westpackwerkes. Wie beim östlichen Packwerk, waren auch hier Schlick und Sandanspülungen zu verzeichnen. Sie bildeten den Anfang der „Plantagen“, des späteren Kurparks. Je weiter das Packwerk vorgeschoben wurde, umso größer wurde dieser Landgewinn. 1780 wurde der Hafenbau als beendet angesehen. Nach Burkhardt beliefen sich zwischen 1739 und 1780 die für den Hafen aufgewendeten Kosten auf stolze 517. 220 Taler. In der Folgezeit reparierte man notdürftig, baggerte aus und hatte auch Rückschläge zu verzeichnen. Trotz alledem, der Hafen lebte. Nachdem 1739 nur noch 3 eingehende und 12 ausgehende Schiffe zu vermelden waren, wurden im Jahre 1747 bereits insgesamt 627 Schiffe gezählt. 1776 waren es dann 1242 Schiffe und 1805 immerhin 2181 Schiffe. Je weiter der Hafenbau voranschritt, umso fühlbarer waren natürlich die Einbußen für den schwedischen Hafen Wolgast. Sowohl diplomatische, als auch kriegerische Gegenmaßnahmen waren die Folge. Im Krieg 1757 bis 1762 waren die Insel Usedom und der Hafen Swinemünde vom Oktober bis Dezember 1757, vom Juli bis Dezember 1758, von August bis Dezember 1759 und vom März 1760 bis Dezember 1761 von den Schweden besetzt. Sie arbeiteten gegen den neuen Hafen wo sie nur konnten und versenkten sogar in der Mündung der Swine eine Reihe von Schiffen, die sie mit Steinen beladen hatten, um den Hafen vollends unbrauchbar zu machen. Auch 1806 blockierten sie den Hafen, dann folgten die siegreichen Franzosen. Erst nach den Befreiungskriegen vermochte man wieder zielgerichtet vorzugehen. 1818 konnte schließlich der Bau der Molen beginnen. Das Werk gelang so gut, dass nach deren Fertigstellung im Jahre 1823 nunmehr auch größere Schiffe den Hafen ohne Probleme ansteuern konnten. Zwischen den Molen wurde das Fahrwasser durch die Strömung immer tiefer. 1823 maß man bereits 19 Fuß Wassertiefe und im Jahre 1862 waren es sogar 23 bis 60 Fuß. Der Nebeneffekt, dass jetzt immer mehr Schiffe direkt bis nach Stettin weiter fahren konnten, brachte natürlich für die mit dem Hafen entstandene Stadt Swinemünde erhebliche wirtschaftliche Einbußen mit sich.
1740 begann dann der eigentliche Hafenbau. Es wurde nun der Versuch unternommen, den Strom mittels Packwerken an der Ostseite und durch Ausbaggerungen zu bezwingen. Die Lücke zwischen dem nördlichen Hauptwerk und dem östlichen Damm ließ man offen, baggerte sie aus und schuf so gleichzeitig den „Osternothhafen“. Ausführende und Leidtragende waren zum großen Teil Bauern der Ämter Pudagla, Wollin und anderer pommerscher Ämter. Da die Arbeiten ausschließlich im Sommer, der für die Bauern wichtigsten Jahreszeit, stattfanden, gab es besonders viele Beschwerden. Sie wurden jedoch samt und sonders zurück gewiesen. Überregionale, militärische und politische Interessen gingen vor. 1746 konnte der Probebau erfolgreich abgeschlossen werden. Die Swinemündung wurde zum Hafen erklärt, den nunmehr die nach Stettin bestimmten Schiffe anzusteuern hatten. Hinter dem östlichen Packwerk bildeten sich nach und nach Sandbänke und Dünen, die mit Weiden und Erlen bepflanzt wurden. Die Westseite der Swinemündung war jedoch noch nicht in Angriff genommen worden. Man behalf sich mit weiteren Ausbaggerungen am „Weißen Berg“ bei Ostswine und mit Reparaturen. Die durchschnittliche Wassertiefe betrug jetzt 9 bis 13 Fuß. Ab 1751 wurde nach und nach auch ein Stadtbollwerk angelegt. 1755 begann endlich der Bau des Westpackwerkes. Wie beim östlichen Packwerk, waren auch hier Schlick und Sandanspülungen zu verzeichnen. Sie bildeten den Anfang der „Plantagen“, des späteren Kurparks. Je weiter das Packwerk vorgeschoben wurde, umso größer wurde dieser Landgewinn. 1780 wurde der Hafenbau als beendet angesehen. Nach Burkhardt beliefen sich zwischen 1739 und 1780 die für den Hafen aufgewendeten Kosten auf stolze 517. 220 Taler. In der Folgezeit reparierte man notdürftig, baggerte aus und hatte auch Rückschläge zu verzeichnen. Trotz alledem, der Hafen lebte. Nachdem 1739 nur noch 3 eingehende und 12 ausgehende Schiffe zu vermelden waren, wurden im Jahre 1747 bereits insgesamt 627 Schiffe gezählt. 1776 waren es dann 1242 Schiffe und 1805 immerhin 2181 Schiffe. Je weiter der Hafenbau voranschritt, umso fühlbarer waren natürlich die Einbußen für den schwedischen Hafen Wolgast. Sowohl diplomatische, als auch kriegerische Gegenmaßnahmen waren die Folge. Im Krieg 1757 bis 1762 waren die Insel Usedom und der Hafen Swinemünde vom Oktober bis Dezember 1757, vom Juli bis Dezember 1758, von August bis Dezember 1759 und vom März 1760 bis Dezember 1761 von den Schweden besetzt. Sie arbeiteten gegen den neuen Hafen wo sie nur konnten und versenkten sogar in der Mündung der Swine eine Reihe von Schiffen, die sie mit Steinen beladen hatten, um den Hafen vollends unbrauchbar zu machen. Auch 1806 blockierten sie den Hafen, dann folgten die siegreichen Franzosen. Erst nach den Befreiungskriegen vermochte man wieder zielgerichtet vorzugehen. 1818 konnte schließlich der Bau der Molen beginnen. Das Werk gelang so gut, dass nach deren Fertigstellung im Jahre 1823 nunmehr auch größere Schiffe den Hafen ohne Probleme ansteuern konnten. Zwischen den Molen wurde das Fahrwasser durch die Strömung immer tiefer. 1823 maß man bereits 19 Fuß Wassertiefe und im Jahre 1862 waren es sogar 23 bis 60 Fuß. Der Nebeneffekt, dass jetzt immer mehr Schiffe direkt bis nach Stettin weiter fahren konnten, brachte natürlich für die mit dem Hafen entstandene Stadt Swinemünde erhebliche wirtschaftliche Einbußen mit sich.

Foto links: Blick über die Swine nach Osternothafen
und zum Leuchtturm.
Fotos oben (von links): Die Ostmole. Sie schützt die Hafeneinfahrt vor der Versandung. Die "Navarino, das Schiff des russischen Zaren Nikolaus machte nicht selten in Swinemünde fest. Der deutsche Kaiser und der russische Zar hatten sich noch vor dem 1.Weltkrieg vor Swinemünde getroffen. Eine von Schinkel entworfene Leuchtbake, ein Vorläufer des Leuchtturms.
Fotos oben (von links): Die Ostmole. Sie schützt die Hafeneinfahrt vor der Versandung. Die "Navarino, das Schiff des russischen Zaren Nikolaus machte nicht selten in Swinemünde fest. Der deutsche Kaiser und der russische Zar hatten sich noch vor dem 1.Weltkrieg vor Swinemünde getroffen. Eine von Schinkel entworfene Leuchtbake, ein Vorläufer des Leuchtturms.